Amy

Amy ist eine 7jährige Tigerscheckshetty-Stute, die Herbst 2017 zu mir kam und im Frühjahr 2018 ihren ersten Reheschub hatte.  Es folgten immer wieder Schübe mit Isolationshaft. Die Bemühungen, sie mit den anderen mitlaufen zu lassen, scheiterten am Futtermanagement. Die Rotation der Hufkapsel war zum Schluss enorm und trotz Heudiät wollte sie nicht so richtig auf die Füsse kommen. Sie musste stets separat stehen, war frustriert und in sich gekehrt. Im Sommer 2019 ergab sich die Möglichkeit dann mit den Pferden umzuziehen und Amy dann entsprechend ihrer Rasse anders zu managen. Ich wechselte das Heu, nachdem ich feststellen musste, dass das von mir bisher favorisierte Heu aus extensiven Wiesen schlichtweg zu fett für sie war und sie mit "konventionellem" Heu sich deutlich schneller erholte. Das machte mich stutzig, denn bis zu dem Zeitpunkt habe ich fest geglaubt, das Naturheu wäre das Gute. Also testete ich beide Chargen und war erstaunt über die Zuckerwerte. Das gedüngte Weidelgrasheu hatte kaum 5% Gesamtzucker, während das andere fast das doppelte hatte. Dann kam noch eine Rehekumpeline dazu, sodass Amy ihre Isolationsdepression endlich ablegen konnte. Den mentalen Stress, den Pferde durch die Isolation erfahren,  sollte man nicht unterschätzen. Cortison als Stresshormon begünstigt das Rehegeschehen auf fatale Art und Weise.

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Amy lebt heute mit Kumpeline Leia naturnah umringt von Bäumen auf ca. 2000 qm mit unterschiedlichen Untergründen und durfte im Sommer 2020 das erste Mal wieder grasen. Die Grasportionen wurden durch Abstecken dosiert. Verschiedene Fressplätze sorgen für Bewegungsanreize. Von September 2019 bis April 2020 trug Amy 24/7 Hufschuhe. Seit Mai 2020 ist sie wieder barhuf.



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Röntgenbild aus März 2019

Fotos:
li oben Februar 2019/re oben Mai 2020
li unten Juli 2020 / re unten September 2020

Amys Hufe haben während der Heilungsphase von Mai bis September 2020 unglaublich an Wachstum zugelegt. Eine natürliche Reaktion des Körpers die Zellteilung zu erhöhen, um eine möglichst schnelle Wiederherstellung eines kranken Bereiches zu generieren, welche durch das barhuflaufen aktiviert wurde. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Rotation nahezu vollständig herauswachsen wird, ist sehr gross. Sobald der restliche Schnabel herausgewachsen ist, werden neue Röntgenbilder angefertigt. Bereits im Frühjahr 2020 unmittelbar nachdem sie von Hufschuhen auf barhuf umgestellt wurde, konnte sie sich wieder wie ein ganz normales Pferd bewegen, obwohl die Rotation noch präsent war. Doch die Verbindung des Hufbeinträgers war da schon so stabil, dass sie keine Probleme mehr hatte. 




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